Schon wieder ist ein Jahr vergangen und ich habe meine europäischen Bikekollegen zum jährlichen Stoneman „Vergnügen“ auch im Sommer 2026 getroffen. Dieses Jahr haben wir uns den Stoneman Arduenna in Belgien (Ardennen) ausgesucht. Wir haben unsere Homebase in Worriken beim Sportcenter aufgeschlagen. Worriken / Bütgenbach liegt ziemlich weit süd/östlich in Belgien relativ nahe an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg. Die Formel 1 Strecke in Spa Francorchamps liegt in westlicher Richtung nur etwa 30 Minuten entfernt.

(von links: Andreas, Peter, Philippe, Florian, Daniel, Katja, Martin, Raphael, Mathias und Harry)
Die Anreise am Donnerstag brachte mich via Basel nach Freiburg, Karlsruhe, Hockenheim und dann links Richtung Kaiserslautern, Trier und hoch via Luxemburg nach Belgien zum Sportcenter in Worriken. Das waren knapp 570 Kilometer und rund 6 Stunden Fahrzeit mit dem Auto.
Wettertechnisch gab es diesen Sommer ja eigentlich nur Sonne, heiss und ganz heisse Temperaturen. Das hat auch zu Waldbränden geführt, die leider unsere Original Stoneman-Strecke gefährdet oder besser „getroffen“ hatte. Wir wurden bereits im Vorfeld informiert, dass wir einen Checkpoint (den nördlichsten) im Hohen Venn nicht anfahren konnten und eine Umleitung signalisiert ist!

Der Stoneman Arduenna ist in der Stoneman-Serie der „Längste“ aber auch der mit den wenigsten Höhenmetern. Es gilt auf einer Länge von 176 Kilometern ein Total von 3’900 Höhenmeter zu bezwingen. Ja, die hohen Berge fehlen tatsächlich gänzlich aber das ewige Auf und Ab und ein sehr hoher Anteil von Wald und Naturtrails machen die Strecke dadurch nicht einfacher. Der grösste Anstieg auf der ganzen Strecke ist nicht einmal 300 Höhenmeter.

Wir werden den Stoneman wie alle anderen Strecken davor wieder auf Silber fahren, das heisst in zwei Tagesetappen. Freitag Morgen ist der Startschuss für den ersten Tag. Heute stehen knapp 105 Kilometer und 2300 Höhenmeter auf dem Programm. Das Wetter am Morgen relativ frisch aber trocken und sonnig bei knapp 15 Grad Temperatur.




Wir starten in Worriken / Bütgenbach und steuern den ersten Checkpoint „Herresbach“ in südlicher Richtung an. Wie gewohnt, drücken meine Kollegen bereits in den ersten Minuten schon ein beachtliches Tempo an. Auf den mehrheitlich flachen Kilometern bläst der Fahrtwind schon tüchtig. Keine Spur davon, dass wir heute im Verlauf des Tages über 100 Kilometer weit pedalieren wollen…




Jeweils an den verschiedenen Checkpoints muss die Starterkarte abgestempelt werden. Das ist ähnlich wie beim Orientierungslauf wo die Stempelkarte auch jeweils „gelocht“ wird. Das sieht dann so aus…



Von Oben links nach unten rechts: Andreas, Philippe / Peter, Mathias, Martin / Katja, Daniel, Raphael / Florian und Harry. Beim ersten Checkpoint nach ca. 30 Kilometern – alle konnten noch lächeln… 😅
Beim zweiten Checkpoint in „Maspelt“ nach ca. 50 Kilometern sah es bereits nicht mehr so geordnet aus ->

Man sieht es auch dem Himmel an, es gab gegen Mittag immer mehr Wolken. Die Wetterprognose hatte ca. 50% Möglichkeit für Regen im weiteren Verlauf des Tages gemeldet. Naja, so dramatisch sah es jetzt noch nicht aus. Im Gegenteil, wir waren alle ziemlich froh, dass es hier in Belgien nicht so heiss war wie Zuhause mit 35 Grad und praller Sonne. Der dritte Checkpoint in „Ouren“ ganz im Süden unten war auf einem Campingplatz postiert. Da waren wir ein paar hundert Meter von der Luxemburgischen Grenze entfernt. Hier machten wir bei ca. Kilometer 70 einen kurzen Verpflegungsstop. Es mussten dringend die Kaloriendefizite ausgeglichen werden. Ich bestellte 1 Stück Kuchen und Crepes mit Banane/Nutella. Das gab einen richtigen Zuckerschub um die letzten 35 Kilometer unter die Stollenpneus zu nehmen. Zusätzlich einen doppelten Espresso um nicht im Sattel einzuschlafen – nein natürlich nicht!

Harry unsere Frohnatur scheint es zu geniessen. Er ist in Frankfurt Zuhause und eigentlich ein Triathlet. Er fährt die meisten Kilometer auf dem Rennrad und läuft jede Woche einen Halbmarathon und dreht viele Runden im Schwimmbad. Wenn es die Zeit hergibt steht er auch immer wieder am Tischtennis-Tisch. Harry hat dieses Jahr die Organisation mit Übernachtung etc für uns ALLE organisiert. Besten Dank für deinen Einsatz 🙏🏻💯
Unterdessen haben wir unser Tagesziel in Sankt Vith erreicht. Nach dem Kalorienschub haben sich meine Beine wieder relativ gut gefüllt und die restlichen Kilometer gut überstanden. Der Himmel wurde gegen Abend immer dunkler und die Regenwolken doch schon ziemlich bedrohlich. Wir entschieden uns deshalb, gleich hier in Sankt Vith den ersten Teller Pasta in den knurrenden Magen zu schieben.


Das war eine sehr gute Entscheidung! Denn kaum waren wir in der Pizzeria beim Essen, entlud sich draussen ein Wolkenbruch und es regnete ziemlich heftig. Die Teilnehmer die jetzt noch auf der Strecke waren, hatten hoffentlich Flossen und Taucherbrille dabei… 🤣🤣
Nach dieser Dusche draussen, waren zumindest unsere Bikes schon mal vom gröbsten Dreck befreit. Nach einer knappen Stunde wurden unsere Rennmaschinen „artgerecht“ per Logistik/Taxi auf den Anhänger verfrachtet und wir konnten so unsere Homebase in Worriken anpeilen. Tag 1 und schon mehr als die Hälfte waren geschafft!

Tag 2 verhiess schon beim Gang zum Frühstück „wettertechnisch“ ein eventuell mühsamer zu werden…
Es war überall nass, da es in der Nacht wohl ausgiebig weitergeregnet hatte. Das Wetterradar zeigte immer wieder „dunkle“ Wolken und Gewitter die vorbei ziehen werden, den ganzen Tag. Naja – man nimmt es wie es kommt, ändern geht ja sowieso nicht!

Sinnbildlich das obenstehende Bild für den zweiten Tag am Stoneman Arduenna 2026…
Das Wetter war trüb, nass und schlammige Trails haben uns den ganzen Tag verfolgt. Natürlich war nur der Baum geknickt aber unsere Stimmung nicht. Das gehört natürlich dazu. Der Sturm in der Nacht hat viele Bäume entwurzelt oder eben geknickt was dann zum Teil dazu führte, dass der Weg gar nicht mehr als Weg/Trail erkannt wurde und wir auch zum Teil wirr „kreuz und quer“ durch die Gegend irrten.




Irgendwann kam dann auch wieder ein Checkpoint, wo wir unsere Stempelkarten unter den Jacken und nassen Kleidern hervorkramten um dem begehrten Ziel als Finisher sich zu nähern.

Katja und Harry zeigen, dass die Motivation noch nicht weg war. Sie hielten das Motto-Schild „YOU ROCK“ schön artig mit einem Lächeln in die Höhe.
Wie bereits am Anfang des Berichts erwähnt, war ganz Oben am nördlichsten Punkt des Stoneman Arduenna wegen den Waldbränden im Hohen Venn der Checkpoint nicht erreichbar und eine Umleitung signalisiert. Der heisse Sommer 2026 hat im wahrsten Sinn des Wortes seine Spuren hinterlassen.

Ab diesem Checkpoint ging es dann eigentlich schön bergab und mehr oder weniger flach zurück nach Bütgenbach / Worriken ins Ziel. Hurra, wir haben es geschafft und auch diesen Stoneman bezwungen, trotz schmudligem Wetter am zweiten Tag. Knapp 180 Kilometer und 3800 Höhenmeter später konnten wir als Finisher „feiern“ und dem Bike sowie dem geschundenen Körper ein bisschen „warmes“ Wasser gönnen.



Den Abend haben wir natürlich ausgiebig im Pub gefeiert und bereits den Schlachtplan für den Stoneman 2027 grob skizziert. Pssssst – ich verrate es hier… es wird der Ur-Stoneman Dolomiti im Südtirol sein. Werden wir den Dolomiti im nächsten Jahr gefinisht haben, sind wir alles Stoneman-Legenden und haben die 5 Bike-Monumente in Europa bezwungen.

Am Sonntag hiess es bereits wieder packen und „Ciao“ „Tschüss“ „Servus“ „Auf Wiedersehn“ sagen. Auch der vierte Stoneman in Belgien (Ardennen) wird uns noch lange begleiten und hat seine Geschichten zu erzählen. Vielen Dank an meine Bike Kollegen und Kollegin. Es ist jedes Jahr wieder ein Erlebnis mit euch ein paar Tage im Sattel zu sitzen und eine schöne Zeit zusammen zu verbringen. Übrigens, am Sonntagmorgen war wieder blauer Himmel und Sonnenschein zugegen. 😉

Es fehlt nur noch der Dolomiti, das grüne Bändchen…
